Riesenbärenklau

Regierungspräsidium Gießen

Wichtiger Leitfaden zu Riesenbärenklau und Co.

Regierungspräsidium Gießen gibt Handbuch zum Umgang mit invasiven Pflanzenarten entlang von Fließgewässern in Hessen heraus – Mehr als 200 Seiten – Es kann kostenlos heruntergeladen werden

Gießen. Asiatischer Staudenknöterich, Riesenbärenklau, Späte Goldrute: Diese invasiven Pflanzen sind bereits zu einem festen Bestandteil in Natur und Landschaft geworden und breiten sich in Hessen immer weiter aus. Im Rahmen des EU-LIFE-Projektes „Living Lahn – LiLa“ hat das Regierungspräsidium Gießen Riesenbärenklau und Co. im Perfgewässersystem im Landkreis Marburg-Biedenkopf über mehrere Jahre bekämpft. Die dabei gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse wurden im praxisnahen, mehr als 200 Seiten umfassenden „Handbuch zum Umgang mit invasiven Pflanzen an Fließgewässern“ zusammengefasst. Es kann ab sofort auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Gießen kostenlos heruntergeladen werden.

Eine nachhaltige Beseitigung dieser invasiven Pflanzen ist aufgrund ihrer Ausbreitung oftmals nicht mehr möglich und praktikabel. „Das beste Beispiel dürfte das rot blühende Indische Springkraut sein, welches im Sommer nicht selten an vielen Stellen entlang von Flüssen und Bächen wächst“, berichtet RP-Mitarbeiterin Jutta Neumann, die unter Mitwirkung weiterer Personen das Handbuch maßgeblich verfasst hat. „Dennoch sollten unter bestimmten Umständen Vorkommen von invasiven Pflanzen bekämpft und deren weitere Ausbreitung verhindert werden, da sie eine potenzielle Gefährdung für heimische Arten und Lebensräume sowie die menschliche Gesundheit darstellen können“, betont sie.

Verbreitung über fließende Gewässer

Invasive Pflanzen verbreiten ihre Samen, Spross- und Wurzelteile oftmals über fließende Gewässer bis in weit entfernte Regionen. Zudem können die Pflanzen bei Erdarbeiten im Allgemeinen und im Gewässerbereich im Besonderen verschleppt werden, was zu ungewollten Entwicklungen führen kann. Das Handbuch geht auf diese Problemstellungen ein. Es beschreibt die Projektumsetzung von der Kartierung bis zur abschließenden Auswertung der Daten. Zudem geht es umfangreich auf die Vorüberlegungen für ähnlich geplante Vorhaben ein. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Untersuchungen dazu, wie eine Verschleppung bei einer Renaturierungsmaßnahme verhindert werden kann. Damit ist das Handbuch auch ein wichtiger Leitfaden für Baumaßnahmen aller Art. Es dürfte daher beispielsweise für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Naturschutz- und Wasserbehörden, Kommunen und Umweltbüros von besonderem Interesse sein. Eine Vielzahl von Artensteckbriefen, Checklisten und Fragekatalogen sowie diverse Muster zu Vergaben, Beauftragungen und Nebenbestimmungen ergänzen die Textbeiträge. Auch andere Interessierte, die gezielte Informationen zu Maßnahmen gegen ausgewählte invasive Pflanzenarten benötigen, finden in dem Handbuch Empfehlungen für erprobte Bekämpfungsmethoden, die Erfolgsaussichten und die zu erwartenden Kosten.

Weitere Informationen gibt es beim Regierungspräsidium Gießen per E-Mail an poststelle@rpgi.hessen.de. Das Handbuch kann hier kostenlos heruntergeladen werden: https://rp-giessen.hessen.de/sites/rp-giessen.hessen.de/files/2026-05/260507_1817_handbuch_invasive_arten.pdf.

 

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Oliver Keßler

Oliver Keßler

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